Zwischenfälle mit Trachealkanülen: Ursachen, Prävention und Handlungsempfehlungen

Trachealkanülen sind unverzichtbare Hilfsmittel für viele Patient:innen mit schweren Atemwegserkrankungen oder Beatmungsbedarf. Sie ermöglichen eine sichere Atemwegskontrolle und eine adäquate Sauerstoffversorgung. Doch der Umgang mit Trachealkanülen birgt auch Risiken: Von Blutungen über Hypoxämie bis hin zu Problemen beim Kanülenwechsel können verschiedene Zwischenfälle mit Trachealkanülen auftreten, die schnelles und überlegtes Handeln erfordern.

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In diesem Beitrag erfahren Pflegefachkräfte, welche Komplikationen auftreten können und wie sie in Notfallsituationen sicher reagieren. Dabei greifen wir auf praxisnahe Handlungsempfehlungen zurück, die Pflegeeinrichtungen dabei helfen, ihre Mitarbeiter:innen optimal vorzubereiten.

Blutungen: Häufige Ursache und richtiges Vorgehen

Eine der häufigsten Komplikationen im Umgang mit Trachealkanülen sind Blutungen. Diese können während, vor oder nach dem Wechsel der Kanüle auftreten. Besonders bei Patient:innen mit hypergranulativem Gewebe besteht ein erhöhtes Risiko, da diese Gewebeveränderungen leicht zu starken Blutungen führen können. Auch Verletzungen der Schleimhaut durch unsachgemäßes Einführen der Kanüle sind mögliche Auslöser.

Prävention von Blutungen

Um Blutungen zu vermeiden, ist es essenziell, die Trachealkanüle korrekt einzuführen. Statt die Kanüle frontal einzusetzen, sollte sie in einem leichten Winkel und mit einer drehenden Bewegung eingeführt werden. Diese Technik minimiert das Risiko, dass die Trachealwand oder Schleimhaut verletzt wird. Ein Führungsstab mit abgerundeten Kanten kann zusätzlich dazu beitragen, empfindliche Bereiche zu schonen.

Handlungsempfehlungen im Notfall

Sollte es trotz Vorsicht zu einer Blutung kommen, ist schnelles Handeln gefragt:

  1. Blutungsquelle identifizieren: Entferne die Kanüle und prüfe die Blutungsursache. Bei sichtbarem hypergranulativem Gewebe kann eine direkte Kompression hilfreich sein.
  2. Kanüle wieder einsetzen: Eine erneute Platzierung der Kanüle ist entscheidend, um zu verhindern, dass Blut in die Lunge gelangt. Durch das Blocken des Cuffs wird weiterer Blutfluss in die Atemwege vermieden.
  3. Absaugen von Blut: Um die Atemwege freizuhalten, sollte Blut kontinuierlich abgesaugt werden. Spezielle Ansätze an der Tubusverlängerung erleichtern diese Prozedur und ermöglichen gleichzeitig die Beatmung der Patient:innen.
  4. Vasokonstriktive Maßnahmen: Falls verfügbar, können abschwellende Mittel wie Atropin eingesetzt werden, um die Blutung zu stoppen. Auch die Kühlung mit Eis kann durch Gefäßverengung blutstillend wirken. 

Hypoxämie: Sauerstoffmangel während des Kanülenwechsels vermeiden

Ein weiterer kritischer Zwischenfall ist die Hypoxämie, also ein gefährlicher Sauerstoffmangel. Dieser kann auftreten, wenn die Beatmung während des Kanülenwechsels unterbrochen wird oder der Patient stark hustet. Beatmungspflichtige Patienten oder solche mit hohem Sauerstoffbedarf sind hier besonders gefährdet.

Prävention und Vorbereitung

Eine effektive Maßnahme, um Hypoxämie zu vermeiden, ist die sogenannte Präoxygenierung. Dabei wird dem Patienten 5 bis 10 Minuten vor dem Kanülenwechsel eine erhöhte Sauerstoffzufuhr ermöglicht, um die Sauerstoffreserven im Blut aufzufüllen. Das kann helfen, eine kritische Sauerstoffunterversorgung während des Wechsels zu vermeiden. Während der gesamten Prozedur sollte ein Pulsoximeter eingesetzt werden, um die Sauerstoffsättigung kontinuierlich zu überwachen.

Was tun, wenn sich die Kanüle nicht einsetzen lässt?

Es kann vorkommen, dass sich die neue Kanüle schwer oder gar nicht einsetzen lässt. Dieses Problem tritt besonders häufig bei verengten Tracheostomata auf.

In solchen Fällen ist es ratsam, stets eine kleinere Ersatzkanüle bereitzuhalten. Eine Kinderkanüle mit kleinerem Innendurchmesser kann in Notfallsituationen Leben retten, da sie auch in enge Tracheostomata eingeführt werden kann. Sollte es dennoch nicht möglich sein, eine Kanüle einzusetzen, kann das Stoma manuell oder mit einem Spreizer erweitert werden. Viele Fachleute bevorzugen den vorsichtigen Einsatz des Fingers, um das Gewebe sanft zu dehnen und die Schmerzen für den Patienten zu minimieren.

Weitere Zwischenfälle und wichtige Hinweise

Kanülenfehlplatzierung: Es besteht das Risiko, dass die Kanüle zwischen Gewebe und Trachea statt in die Atemwege eingeführt wird. Dies kann durch sorgfältige Kontrolle der Atemgeräusche auf beiden Lungenseiten verhindert werden.

Kanülenverstopfung: Atembeschwerden können durch Sekretansammlungen an der Öffnung der Kanüle verursacht werden. In solchen Fällen sollte die Kanüle entblockt, gereinigt oder ersetzt werden.

Defekte an der Kanüle: Beschädigungen am Cuff oder an anderen Teilen der Kanüle können ebenfalls Probleme verursachen. Eine sorgfältige Prüfung vor dem Einsatz und die Verwendung einer Ersatzkanüle sind hier unerlässlich.

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Fazit

Zwischenfälle mit Trachealkanülen können lebensbedrohlich sein, lassen sich jedoch durch Prävention, korrektes Handling und geschulte Reaktion in vielen Fällen kontrollieren. Pflegekräfte sollten regelmäßig in der Handhabung geschult werden, um sicherzustellen, dass sie in Notfallsituationen schnell und effektiv handeln können.

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Geschrieben von:

Melis Ntente